5 gefahren die bei Neugeborenen zum Tode führen können.

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Welche Gefahren sind Babys ausgesetzt?

Platz 5: Edwards-Syndrom sowie das Patau-Syndrom

Im Jahr 2014 starben in Deutschland 84 Säuglinge unter einem Jahr am Edwards- oder am Patau-Syndrom. Diese Krankheit wird durch die Vererbung eines mutierten Genoms verursacht. Die durchschnittliche Lebenserwartung für Kleinkinder mit dieser Diagnose beträgt nur 6 Tage. Das von dem Humangenetiker Edwards im Jahr 1960 entdeckte Edwardssyndrom sowie das bereits im 17. Jahrhundert beschriebene Patau-Syndrom finden sich überdurchschnittlich oft bei Kindern, deren Mütter das 40.Lebensjahr überschritten haben. Während beim Edwards-Syndrom mehr Mädchen als Jungen betroffen sind, ist es beim Patau-Syndrom genau umgekehrt.
Sowohl das Edwards- wie auch das Patau-Syndrom können in der pränatalen Diagnostik erkannt werden, allerdings besitzen beide Syndrome sehr vielfältige und unterschiedliche Auswirkungen.

Die häufigste Fehlbildung bei diesen Krankheiten, bis zu 80 %, entstehen am Herzen. Genauso können aber auch der Kopf, die Extremitäten oder der Bauchraum betroffen sein.
In der vorgeburtlichen Untersuchung weisen folgende Anzeichen auf ein Patau- oder Edwards-Syndrom hin:

•    Starker Wachstumsrückstand
•    Eine große Fruchtwassermenge
•    Plazentainsuffizienz
•    Deutlich verminderte Kindsbewegungen
•    Niedrige Werte im Triple-Test

Eine Heilung oder auch nur eine Verlängerung der Lebenszeit durch Medikamente oder klinische Verfahren sind beim Edwards- oder Patau-Syndrom derzeit nicht möglich. Auch die Früherkennung, um eventuell einen rechtzeitigen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, gestaltet sich sehr schwierig, da in den ersten Schwangerschaftswochen die Symptome weniger stark hervortreten.

Platz 4: Plötzlicher Kindstod

Als plötzlicher Kindstod wird das Sterben von Kindern im Säuglingsalter bezeichnet, bei dem keine direkten oder indirekten Ursachen festgestellt werden konnten, die zum Tode führten. Im Jahr 2014 wurde diese Todesursache an 119 in Deutschland gestorbenen Kindern festgestellt.
Zur Diagnose des Kindstod werden von dem jeweils zuständigen Mediziner im Ausschlussverfahren alle denkbaren natürlichen oder unnatürlichen Möglichkeiten in Betracht gezogen und überprüft. Das schließt den Ort des Todes genauso ein wie die Krankengeschichte des Kindes. Ebenso wird untersucht, ob nicht erkennbare äußere Gewalteinwirkung auszuschließen ist, etwa ein Schütteltrauma.
Der überwiegende Anteil der Todesfälle durch Kindstod tritt während der vermuteten Schlafenszeit der Kinder auf. Folgende Risikofaktoren können die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Kindstod erhöhen:

•    Das Alter der Mutter
•    Geschwister, die ebenfalls am Kindstod gestorben sind
•    Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht
•    Eine frühere, lebensbedrohende Krise
•    Drogenkonsum durch die Mutter
•    Passivrauchen während und nach der Schwangerschaft
•    Überwärmung des Kindes
•    Ungenügende Luftzirkulation
•    Das Kind in Bauchlage schlafen lassen
•    Das Kind wird nicht von der Mutter gestillt
•    Das Kinderbett steht in einem eigenen Raum

Verschiedene Studien zeigen zudem auf, dass beispielsweise Bettumrandungen (Nestchen) das Risiko erhöhen. Ebenso verursachten sogenannte Schlafpositionierer, die eine Bauchlage des Kindes verhindern sollen, nach einer Untersuchung der US-Gesundheitsbehörde den Erstickungstod von mindestens 12 Kleinkindern. Weiterhin kann durch den Einsatz eines Babyschlafsacks die Gefahr eines plötzlichen Kindstods vermieden werden. Was Sie beim Kauf eines solchen beachten sollten, finden sie hier.

 

Platz 3: Tod durch häusliche Gewalt

Unter den Begriff der häuslichen Gewalt fällt auch die Vernachlässigung des Kindes. So sind im Jahr 2014 in Deutschland 153 Kinder um ihr Leben gekommen. Der größte Teil der Kinder, 87, starb durch Vernachlässigung. Meistens durch Verdursten. Bei Kleinkindern tritt der Tod durch Flüssigkeitsverlust sehr schnell ein. Nach spätestens drei, meist aber schon nach zwei Tagen ohne Wasser stirbt das Kind an Austrocknung. Die Ursachen derartiger Vernachlässigung finden sich oft in Haushalten, in denen die Eltern oder die alleinerziehende Person mit den bestehenden Lebensumständen nicht zurechtkommen. Auch Drogenmissbrauch und der damit einhergehende Verfall sozialer Verantwortung sind Ursachen hierfür.
Mit 61 toten Kleinkindern steht Mord beziehungsweise vorsätzlicher Totschlag an zweiter Stelle im Rahmen der häuslichen Gewalt. Wiederum kann es Überforderung sein. Ein weiteres Tatmotiv besteht darin, dass das Kind nicht in die Lebensplanung der Eltern oder eines Elternteiles passt.
Fünf der getöteten Kinder im Jahr 2014 starben an den Folgen einer schweren Körperverletzung. So etwa das bekannte Schütteltrauma, das eine Hirnblutung nach sich ziehen kann. Wenn das Kind nicht aufhört zu schreien und ein Elternteil durch Schütteln versucht, das Kind „abzustellen“. Eifersucht, sexueller Missbrauch oder schlicht Sadismus sind weitere Ursachen für den Tod von Kleinkindern durch häusliche Gewalt.

Platz 2: Unfälle im Haushalt und im Straßenverkehr

Kleinkinder im Alter von bis zu 24 Monaten verunglücken im Straßenverkehr hauptsächlich als Insassen eines Fahrzeuges, überwiegend im Auto der Eltern. In der Statistik wird hierbei von einem Tod durch einen Transportmittelunfall gesprochen. Insgesamt waren 182 Kinder im Jahr 2014 die Opfer eines Unfalls. Davon 63 im Straßenverkehr und die weiteren 119 bei häuslichen Unfällen. Bei den Unfällen in Haushalten steht der Ertrinkungstod mit 33 Fällen an erster Stelle, meist verursacht durch fehlende Aufsicht. Dem folgt mit 30 toten Kindern die Erstickung, wobei es oft so ist, das die Eltern oder ein Elternteil unzureichende Kenntnisse in Erster Hilfe besitzen, um erste Rettungsmaßnahmen durchführen zu können. Zwölf der Kinder kamen durch Feuer, Hitze, Rauch oder Flamme um ihr Leben. Dazu gehören Unfälle mit elektrischen Geräten wie Wasserkochern, die von den Kindern am Kabel vom Tisch gezogen werden oder der Tod durch einen Wohnungsbrand. Auch der Tod durch einen Sturzunfall gehört in den Bereich der Haushaltsunfälle, wobei gerade bei Kleinkindern das versehentliche Herabfallen vom Wickeltisch einen Schädelbruch nach sich ziehen kann. Nicht selten lassen die Eltern das Kind aus Scham danach nicht ärztlich untersuchen, wenn keine äußeren Verletzungen erkennbar sind.

Platz 1: Tod durch Bakterien und resistente Keime

Eine genaue Zahl der Kleinkinder, die durch Bakterien oder resistente Keime jährlich sterben, ist nicht zu erfahren, da der Tod meist im Zuge eines Klinikaufenthaltes erfolgt. Die Krankenhäuser sind jedoch sehr zurückhaltend bei derartigen Angaben, um ihren eigenen Ruf nicht zu schädigen. Die deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene schätzt die Gesamtanzahl jährlicher Todesfälle durch Krankenhauskeime auf rund 30.000 Patienten. Der Bevölkerungsanteil der Kleinkinder bis 24 Monate in Deutschland kann auf etwa 2 % oder 1,6 Millionen geschätzt werden. Wird hierbei der erhöhte Anteil an Krankenhausaufenthalten von Kleinkindern durch Geburt, Kinderkrankheiten oder Nachuntersuchungen mit einbezogen, so dürfte ein Anteil von 10 % oder 3000 Kleinkindern nicht zuviel sein, die jährlich an Bakterien oder Keimen sterben. Diese haben gegen Antibiotika eine Resistenz aufgebaut, die die Medikamente unwirksam macht.

Ursache für diese sehr hohe Zahl an toten Kleinkindern sind aber nicht allein die resistenten Keime, sondern gleichermaßen eine oft unzureichende Hygiene in den Krankenhäusern aufgrund von Personalmangel, verursacht durch allgemeine Kostenreduzierungen im Gesundheitswesen. Der dritte Punkt ist der zu häufige Einsatz von Antibiotika, mitunter auch dann, wenn ebenso andere, mildere Therapieformen zur Verfügung stehen.

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