Eltern in der Krise
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Wenn Eltern in der Krise sind.

 

Ein Kind ist der absolute Traum der meisten jungen Paare. Sie möchten eine richtige Familie werden und der Nachwuchs soll ihre Liebe krönen. Soweit so gut und dann ist es endlich soweit und aus Zwei werden Drei (manchmal auch gleich Vier), das Glück hält Einzug. Aber stopp! Mit dem Glück ist das so eine Sache. Bei aller Freude sollte man sich eines vor Augen halten: Nach wissenschaftlichen Erhebungen sind rund zwanzig Prozent aller Frauen schon während der Schwangerschaft aber auch danach von psychosozialen Krisen und depressiven Zuständen betroffen, die das ganze erste Lebensjahr des Kindes anhalten können. Das bedeutet natürlich auch eine Belastung für die Partnerschaft und ist auch für die jungen Väter nicht leicht.
Woher kommt es, dass nicht wenige junge Eltern in der Krise sind, nachdem ein Kind geboren wurde? Zum einen kann es sich um pränatale (vor der Geburt) und postnatale (nach der Geburt) auftretende Depressionen der Mutter handeln. Sie ist ein hormonelles Problem mancher Frauen, dass, wenn es nicht behandelt wird, noch Monate nach der Geburt bestehen kann. Niemand ist schuld daran, wenn die Schwangerschaftshormone verrückt spielen und es dadurch zu starken Stimmungs-Schwankungen kommt, weder die Mutter noch der Vater oder die gesamte Umwelt. Wichtig ist es aber, darüber mit dem Partner, Familienangehörigen und auch mit dem Arzt zu reden. Das Problem zu verstecken hat keinen Sinn und kann sowohl dem Kind als auch der Partnerschaft schaden. Mit professioneller Hilfe ist es aber in den Griff zu bekommen. Schwangerschafts-Depressionen sind aber nicht der einzige Ursache dafür, das Eltern in der Krise landen können. Es kommt dazu, dass die Betreuung eines Neugeborenen tatsächlich viel Zeit und Kraft kostet und das gerade in einer Zeit, in der die frischgebackene Mutter nach der Schwangerschaft und Geburt noch gar nicht wieder ganz leistungsfähig ist. Das ständige Stillen, Füttern, Windeln, Baden, Umhertragen und Trösten bedeutet eine große Umstellung und dauert seine Zeit, vor allem dann, wenn man wirklich alles perfekt machen möchte. Dazu kommt noch, dass viele Babys noch keinen richtigen Tag-Nacht-Rhythmus haben und die Eltern praktisch nie richtig ausschlafen können. Das alles schlaucht und so wundert es nicht, wenn nach der Geburt bei beiden Eltern Nervosität und Stress an der Tagesordnung sind und die Nerven manchmal blank liegen. Es dreht sich fast jedes Gespräch nur noch um den Nachwuchs, andere Probleme werden verdrängt. Hobbys und Sport, liebgewordene Gewohnheiten bleiben einfach auf der Strecke und von Partnerschaft und Liebe, gar sexueller Lust ist nicht mehr viel zu spüren. Die Augenringe und die Zornesfalten wachsen und dabei sollte doch die Zeit mit dem kleinen Wonneproppen die schönste im Leben werden. Wahrscheinlich setzen sich die jungen Eltern mit zu hohen Erwartungen an ihre Gefühle sogar noch zusätzlich unter Druck. Und schließlich kommt noch etwas anderes hinzu, dass ein Phänomen unserer modernen Zeit zu sein scheint. Natürlich sind bei uns längst Männer und Frauen gleichberechtigt, aber mit einem Säugling scheint das häufig nicht mehr so zu sein. Abgesehen natürlich davon, dass Männer von Natur aus nicht stillen können, treten viele den größten Teil der Babybetreuung an ihre Frauen ab. Die sind es meistens, die zu Hause bleiben, Nachts aufstehen und die volle Windel entsorgen. Es ist ein Fakt, dass bei vielen (natürlich nicht allen) Paaren durch die Elternschaft das traditionelle Rollenbild wiederbelebt wird und die Frauen das oft gar nicht mögen. Andererseits trauen viele Frauen ihren Männern auch nicht wirklich zu, dass sie das Baby genau so gut versorgen können wie sie und geben ihnen nicht genug Gelegenheit, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Was also können junge Eltern in der Krise tun, um die glückliche Familie zu werden, die sie zu sein wünschen. Am wichtigsten ist es vielleicht, ein wenig mehr Gelassenheit gegenüber der neuen Lebenssituation zu lernen. Erst einmal sollten beide Eltern begreifen, dass der Stress, unter dem sie am Anfang stehen, bald wieder nachlassen wird. Vieles was am Anfang schwierig ist, wird nach und nach zur Routine. Außerdem sollten sie lernen, sich Freiräume zu schaffen und seien sie auch noch so klein. Das kann zum Beispiel damit anfangen eine Art „Baby-Dienst“ zu planen. Nach dem Motto „heute bringst du das Kind ins Bett und stehst nachts auf – morgen ich“ schafft man es, hin und wieder einen gemütlichen Sofa-Abend zu verbringen und ausreichend zu schlafen. Dann kann „sie“ auch wieder mal zum Yoga oder ins Konzert und „er“ zum Squach oder Skat oder was beide sonst gern mögen. Das ist machbar, auch wenn ein Kind gestillt wird. Es gibt schließlich die Milchpumpe, Pre-Milch und ganz viele entsprechende Ratgeber. Auch die meisten Großeltern sind nur zu gerne bereit, den Enkel oder die Enkelin mal ein paar Stunden zu betreuen. Und keine Angst, sie haben schließlich schon mindestens einmal bewiesen, dass sie das können. Außerdem gibt es oft Tanten und Onkel und auch sehr gute professionelle Babysitter. Dann sollten solche Freiräume ohne Kind auch für die Beziehung genutzt werden. Ein Kino-oder Restauran-Besuch, ein Spaziergang oder mal wieder völlig ungestörter Sex sind wichtig, um sich einmal nicht als Mama und Papa sondern als Paar zu fühlen und das kann Wunder wirken.

Sicher sind die ersten als drei oder vier Monate etwas schwieriger aber wenn das Baby gesund und kräftig ist, kann man nach dieser Zeit sehr vieles mit ihm gemeinsam unternehmen, ohne das es ihm im geringsten schadet. Wer einmal im Ausland, besonders in südlichen Ländern gelebt hat, der staunt oft, wie selbstverständlich schon ganz kleine Kinder überall mit unterwegs sind. Wir Deutschen verhalten uns da oft seltsam und über-behütend. Man kann mit einem Baby in den Urlaub fliegen oder im Wohnwagen unterwegs sein. Ein Baby kann zu Freunden oder zu Familienfeiern mitgenommen werden, auch ins Restaurant. Schließlich gibt es heute so tolle Kinderwagen, Auto-Kindersitze, Baby-Schalen und Wippen, Tragetücher und andere Hilfsmittel in denen der Nachwuchs bequem transportiert wird und auch gut schlafen kann. Fast überall kann er gestillt, sein Fläschchen oder das Breiglas gewärmt werden, auch das Windeln ist heute kein Problem mehr.

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2 Kommentare

  1. Gerade beim ersten Kind haben junge Eltern oft sehr hohe Erwartungen und Ansprüche an sich selbst. Alles muss perfekt sein, sie wollen keine Fehler machen. Nur gibt es nicht „die perfekte Kindererziehung“. Jeder hat seinen eigenen Stil, muss Erfahrungen sammeln und sich ganz individuell auf das eigene Kind einstellen. Eltern-Sein ist keine Wissenschaft, hier muss man einfach auf seine Gefühle hören, sein Tun ständig reflektieren und wieder Neues dazulernen. Vergleiche mit anderen bringen gar nichts, genauso wenig wie unrealistische hohe Ziele.

    1. Hallo Julia… danke für den konstruktiven kommentar… ja du hast recht, Kinder muss man nehmen wie sie sind… letzendlich kommt es immer auf die Eltern darauf an wie sich das Kind entwickelt…

      grüße

      Christian

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